Ibewert Das Passivhaus Erfahrungen
Erfahrungen

 
Das Passivhaus-Demonstrationsvorhaben in Darmstadt war so erfolgreich, daß eine Vielzahl von Folgeprojekten einige Jahre später errichtet wurden. Beispielhaft ist eine Siedlung mit 22 Passivhäusern, die vom Bauträger Rasch & Partner 1997 in Wiesbaden fertiggestellt wurden. Diese Häuser wurden im kostengünstigen Wohnungsbau errichtet, zu Bauwerkskosten von weniger als 1050 /m².
In der Wiesbadener Siedlung werden vom Institut Wohnen und Umwelt Messungen durchgeführt. Erste Ergebnisse liegen mittlerweile vor: Die Häuser verbrauchten in der Heizperiode 1998/99 im Mittel 12 kWh/(m²a) Heizwärme.

Die Bewohner äußern sich ausgesprochen zufrieden über das Wohnen im Passivhaus.
Im Vorfeld geäußerte Bedenken erwiesen sich als unbegründet:

Die Raumtemperaturen waren auch im strengen Winter stets angenehm.

Dem Wunsch nach kühlem Schlafen wurde durch Nordorientierung des Schlafzimmers versucht Rechnung zu tragen. Trotzdem sinken die Temperaturen im Schlafzimmer kaum unter die mittlere Gebäudetemperatur. In Verbindung mit der Lüftungsanlage wurde das als eher angenehm empfunden: Offenbar besteht bei den Bewohnern weniger der Wunsch nach einem kalten Schlafzimmer als vielmehr nach frischer Luft beim Schlafen. Letzteres ist im Passivhaus gewährleistet.
Die Befürchtung, man dürfe im Passivhaus kein Fenster öffnen und fühle sich dadurch unwohl, erwies sich auch in der Praxis als gegenstandslos. Zwar sollten tatsächlich im Kernwinter nicht längere Zeit Fenster oder Türen geöffnet werden. Dies findet aber in konventionellen Gebäuden auch nur dann statt, wenn die Luftqualität zu schlecht wird. Die Bewohner gewöhnten sich schnell an den Komfort, im Winter nicht mehr über die Fenster lüften zu müssen.

Die hohe Luftdichtheit führt ebenfalls nicht zu Unbehagen.
Im Gegenteil: Erst in Verbindung mit einem gut luftdichten Gebäude kann das Lüftungskonzept der gerichteten Durchströmung funktionieren. Die luftdichte Gebäudehülle führt darüber hinaus zu Zugfreiheit und als Nebeneffekt zu einem auffallend guten Schallschutz gegenüber der Umgebung.



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© 2005 Stefan Weiss